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Am
2. November 2009 hat Hugo Chavez bei einem internationalen Treffen linker
politischer Parteien in Caracas zur Bildung einer Fünften Internationalen
aufgerufen, die er definierte als „einen Bereich, in dem sozialistische
Parteien, Bewegungen und Strömungen eine gemeinsame Strategie entwickeln
und koordinieren können, die gegen den Imperialismus und auf den Umsturz
des Kapitalismus durch den Sozialismus gerichtet ist.“
Angesichts
der Krise des Kapitalismus sowie der Kriegsgefahren und der Zerstörung
die diese mit sich bringt, so Chavez, ist eine solche neue Internationale
unverzichtbar, wenn wir die Erwartungen der Völker beantworten und „Mutter
Erde“ retten wollen.
Seine
Lehren ziehend aus den früheren Internationalen (die zweifellos eine
wichtige Rolle gespielt haben bei der Entwicklung der Arbeiter-und
Revolutionsbewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts, ohne jedoch das ursprüngliche
Programm, so wie es zusammengefasst ist in der berühmten Formel „Arbeiter
aller Länder, vereinigt euch“, abzurunden) schlägt er eine
Organisationsform „ohne Gebrauchsanweisung oder Verpflichtungen“ vor,
„worin unterschiedliche Auffassungen willkommen sein werden,“ eine
Internationale, die den Informationsaustausch, die Koordination des
Kampfes sowie Solidaritäten möglich macht, und damit die Entwicklung
eines „Sozialismus des 21. Jahrhunderts.“
Die
Idee einer Fünften Internationale ist nicht neu… Schon Majakovski hatte
sie im Jahre 1922 für den Titel eines seiner visionärsten Gedichte
verwendet…Und in den letzten Jahren wurde sie in verschiedensten
Zusammenhängen formuliert, auch durch Aktivisten und Intellektuelle in
Frankreich, wie etwa der Ökonom Samir Amin…Die Initiative von Chavez,
der schon für kommenden April ein internationales, konstituierendes
Zusammentreffen vorschlägt, verleiht ihr einen entscheidenden Impuls.
Die
vier vorangegangenen Internationalen wurden in Europa geboren. Darin, dass
die Fünfte nun in Lateinamerika lanciert wird, drücken sich die
laufenden Veränderungen der Welt sowie die Bewegungen der Völker aus.
Wir
rufen alle Organisationen der französischen und europäischen
Arbeiterbewegung auf, alle politischen Formation, die auf dem Marxismus,
dem Sozialismus, dem antikapitalistischen Kampf gegründet sind, kritische,
progressive und revolutionäre Aktivisten und Intellektuelle, nicht am
Rande stehen zu bleiben. Das politische Denken darf sich nicht im
Eurozentrismus verbarrikadieren und das Handeln darf sich nicht auf das
institutionelle Spiel der Wahlen beschränken. Um eine demokratische
Zukunft der Menschheit und des Planeten zu retten muss eine andere Welt
konstruiert und der Internationalismus wieder aufgegriffen werden. Es gibt
keinen anderen Ausweg als die Konvergenz der Kämpfe im Norden und im Süden.
Was
uns antreibt ist nicht Nostalgie (auch wenn wir wissen, dass ein Entwurf
der Zukunft ohne die Bilder und Träume der Vergangenheit nicht möglich
ist)…Es handelt sich nicht nur darum, unserer Geschichte treu zu bleiben,
vor allem soll sich eine wirkliche Linke aus der Asche erhebt, die endlich
den Problemen und den Hoffnungen von heute gewachsen ist.
Erste Unterzeichner
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